Sprache ist konstitutiv für das Lehren und Lernen in allen schulischen Fächern. Nicht alle Schüler:innen sind jedoch ausreichend in der Lage, Sprache als Medium des Lernens zu gebrauchen, wodurch ihnen eine zentrale Voraussetzung für gelingende Bildungsprozesse fehlt. Problematisch ist, dass (bildungs-)sprachliche Kompetenzen häufig nicht systematisch vermittelt, sondern in aller Regel von Seiten der Schule vorausgesetzt werden.

Neben der Vermittlung (bildungs-)sprachlicher Kompetenzen stehen Lehrkräfte aber auch in der Verantwortung „digitale Medien im eigenen Fachunterricht sinnvoll methodisch und didaktisch einzusetzen und Medienkompetenz zu vermitteln“ (Woerfel 2020: 272). Daher erscheint es sinnvoll, angehenden Lehrkräften bereits im Studium zu vermitteln, wie das Potential digitaler Medien für die sprachlichen Lernprozesse von Schüler:innen optimal genutzt werden kann.

Ziel dieses Projektes ist es, dass Lehramtsstudierende im Rahmen des Moduls „Deutsch für Schülerinnen und Schüler mit Zuwanderungsgeschichte (DSSZ)“ eine sprachbildende Unterrichtseinheit unter Einbezug digitaler Medien konzipieren: Dazu arbeiten sie kollaborativ in fachhomogenen Kleingruppen an verschiedenen Unterrichtsmaterialen (z.B. Schulbuchtexte), die sie hinsichtlich (bildungs-)sprachlicher Anforderungen analysieren und mit Hilfe digitaler Medien sprachdidaktisch aufbereiten. Die Materialien stammen von Lehrkräften aus den teilnehmenden Schulen, es handelt sich also um authentische Materialien, die tatsächlich im Unterricht eingesetzt werden. Während der Analyse und sprachdidaktischen Aufbereitung werden die Studierenden zum einen von den Dozent:innen des Moduls und zum anderen von den Lehrkräften der teilnehmenden Schulen als Expert:innen fachlich begleitet und unterstützt. Die entwickelten Unterrichtseinheiten sollen anschließend an den Schulen eingesetzt, erprobt und evaluiert werden.

Kontakt:

Lena Decker

decker@germanistik.uni-siegen.de